Falcon Perspectives - Juni 2010
Investment Compass gewährt Einblick in die Anlageentscheide unserer Spezialisten.
investment Compass - Juni 2010
Editorial
Die Probleme rund um die Schuldenkrise in einigen Euroländern sowie die Angst vor einem Rückfall in eine erneute Rezession dürften die Börsen in den kommenden Monaten weiterhin belasten. Wir rechnen per Saldo kaum mit grossen Kursveränderungen, wohl aber mit einer anhaltend erhöhten Volatilität. Die in den nächsten Wochen veröffentlichten Unternehmensgewinne des zweiten Quartals könnten den Märkten hingegen Unterstützung verleihen.
Vor dem Hintergrund der rekordtiefen Kapitalmarktzinsen bieten Aktien mit erhöhten Dividendenrenditen eine ernst zu nehmende Anlagealternative. Langfristig sind die Dividenden für rund 50 Prozent des Gesamtertrages einer Aktie verantwortlich. Zudem sind solche Titel in schwierigen Börsenphasen meist widerstandsfähiger als der Gesamtmarkt. Sie sind vor allem in den Sektoren Versorgung, Telekom, Nahrungsmittel und Pharma zu finden.
Marktüberblick
Nach dem ausserordentlich starken Kursanstieg des Vorjahres sind die Börsen im Jahr 2010 in eine Konsolidierungs-phase eingemündet. Nach einer heftigen Abwärtsbewegung im Mai konnten sich die Kurse Anfang Juni wieder stabilisieren.
Dividenden - Unterschätzter Erfolgsfaktor
Die Bedeutung der Dividenden wird oft unterschätzt. Ausschüttungen der Unternehmen an die Aktionäre sind für Anleger nicht nur eine relativ stabile Ertragsquelle, sondern tragen auch einen beträchtlichen Teil zur Gesamtrendite von Aktien bei. Langfristige Untersuchungen zeigen, dass Aktien von Dividenden zahlenden Unternehmen besser abschneiden als Titel von Nicht-Dividendenzahlern. Die Dividende sollte aber nie alleiniges Kaufargument darstellen, sondern muss im Zusammenhang mit anderen fundamentalen Grössen wie Gewinndynamik oder Bilanzqualität betrachtet werden. Eine ungewöhnlich hohe Dividendenrendite kann sogar auf Probleme beim Unternehmen hinweisen.
Im aktuellen Marktumfeld sind Aktien von Unternehmen mit hohen Cashflows und stabilen oder sogar leicht ansteigenden Ausschüttungsquoten attraktiv. Im Euroraum ist die durchschnittliche Dividendenrendite höher als die Renditen für langfristige Regierungsanleihen erstklassiger Qualität. Eine ähnlich interessante Konstellation hatte es letztmals im Frühjahr 2003 gegeben. Im Vergleich zu den nationalen Kapitalmarktzinsen stehen auch die amerikanischen und asiatischen Dividendenrenditen auf historisch hohen Niveaus. Titel aus defensiven Sektoren wie Pharma oder Nahrungsmittel weisen oft relativ hohe Dividendenrenditen auf. .
Dividenden